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suppenhinkel (Gast) fragt am 30.08.2010 bei Abdichtung.de:
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben vor 3 Jahren gebaut. Der Architekt überzeugte uns von einem Fertigkeller, der aus im Werk vorgefertigten Wandelementen aufgebaut wurde. Die Bodenplatte wurde vor Ort gegossen. Die Kellerwände wurden per Kran gesetzt und über je 2 Metallstifte (Baustahl) in der Grundplatte in der Höhe justiert. In die Fuge zwischen Bodenplatte und Kellerwand wurde Beton gegeben. Der Keller wurde von außen mit Bitumendickschicht und einem Kunststoffnetz als Abdeckung abgedichtet. Eine Hohlkehle wurde nicht gemacht, ein Dichtband auch nicht (Aussage Bauleiter: \\\"Das ist dicht!\\\"). Jetzt haben wir wegen starkem Grundwasseranstieg den Salat. Es drang von überall (!!) von außen her in den Keller rein. Die Baufirma hat nun (Gewährleistung) über ein Spezialfirma eine Innen-Abdichtung vorgenommen (von außen geht nicht mehr): Estrich auf einer Briete von 20cm zu den Außenwänden raus genommen und ein Dichtband in das Eck Bodenplatte/Kellerwand mit einer Spezialzement eingeklebt. Alle so nicht erreichbaren Fugen, wie z.B. vertikale Fugen, wurden per Packer und PU Injektion abgedichtet (2mal, da beim ersten Mal noch Undichtigkeiten auftraten. Mehrfach gewässert von mir. Es ist nun dicht). Meine Frage nun an die erfahrenen Fachleute hier:
Wie lange kann so eine Abdichtung halten??? Da so ein Haus ja ständig \\\"arbeitet\\\" befürchte ich, dass irgendwelche Fugen trotz PU Injektion nach gewisser Zeit wieder Wasser von außen her durchlassen. Oder drückt die Injektionsmasse in neue oder sich verbreiternden Fugen von selbst nach? Da von innen mit hohem Druck PU injiziert wurde, drückt sich wohl nach außen die Bitumen/Netzschicht weg. Hat das Konsequenzen?
Können die Metallstifte, da ständig Wasser bzw. zumindest Feuchtigkeit von außen ansteht wegrosten?? Konsequenzen?
Vielen Dank für eure Kommentare, ich bin gespannt,
suppenhinkel
 
 
  
 
2 Antwort(en), letzte am 28.01.2011:
 
   Päffgen GmbH (Fachfirma) schreibt am 30.08.2010:
 
Grundsätzlich ist es möglich, Bauten auf diese Weise dauerhaft zu dichten. Den konkreten Fall kann nur ein Sachverständiger vor Ort klären.
 
 
Betonfreak (Gast) schreibt am 28.01.2011:
 
Hallo,
ist vielleicht ein wenig spät, aber bin auf Ihr Anliegen zufällig gestoßen. Hier mein kurzes Steatment:

Punkt 1:
Ich gehe davon aus, dass es sich nicht um eine massive Fertigteilwand handelt, sondern um eine Vorort auszubetonierende Elementwand (Doppelwandelement). Bei diesem System ist immer Vorsicht walden zu lassen, da aufgrund von Kosten für die (kleineren) Baufirmen die Wandstärke auf ein Minimum reduziert wird und zum anderen 0/8/15-Beton eingebaut wird. Fakt ist jedoch da Sie Grundwasser haben (wie o.g.) muss somit eine Fugenabdichtung mittels Fugenband im Beton erfolgen. Hier ist auch die WU-Richtlinie des DAfStb zu beachten, was aber von den kleinen Baufirmen keiner kennt. Das Fugenband wird bereits beim betonieren der Bodenplatte bereits mit eingebaut. Es schützt zusammen mit dem Beton die spätere Anschlussfuge. Weiterhin hätte ein WU Beton zum Einsatz kommen müssen. Der Anschluss Bodenplatte/Wand ist mit einer Anschlussmischung mit maximalem Größtkorn von 8mm zu betonieren (mind. 30cm hoch) danach kann (wenn die Wand dick genug ist) mit einem Beton weiter betoniert werden der ein Größtkorn von 16mm besitzt. Übrigens WU Beton ist kein Hexenwerk, wird aber gerne für teueres Geld angeboten, was jedoch nicht gerechtfertigt ist. Da wahrscheinlich mit dem technologisch ungünstigen Beton gearbeitet wurde könnte ich mir vorstellen, dass die Ursache bereits hier zu finden ist. Soll heißen, sie haben eine undichte Anschlussfuge, weil der Beton im Anschlussbereich wahrscheinlich große Nester (Löcher) hat und somit keinen ausreichenden Verbund.
Die erwähnten "Klötzchen" machen sinn, aber nur wenn diese nicht aus Stahl sind und ausreichend dick (ca. 3cm) sodass der eizufüllende Beton auch die Möglichkeit hat unter das Element zu laufen. Die Klötzchen diehnen als Distanz, danach schalt man die Fuge innen und außen einfach mittels Brett oder Bohle ab, damit der Beton nichtvollständig aus der Wand läuft.

Punkt 2
Eine Hohlkehle braucht man bei einem funktionierenden WU-Bauwerk nicht. Lediglich die Anschlussfugen könnten als Hosenträger-Gürtelsystem mit äußeren Fugenblechen, die meist geklebt werden, versehen werden. Eine Abdichtung der Fugen von außen nur mit Bitumenspachtel und Gewebe reicht da aus meiner Sicht nicht. Es zeigt aber, dass die Spachtelmasse nicht viel bringt, da diese meist beim Verfüllen der Baugrube durch grobes Verfüllmaterial beschädigt wird.

Punkt 3
Abdichtungen von Ihnen sind keine Lösung erst recht keine dauerhaften.

So ich hoffe ich konnte Ihnen etwas helfen. Hinweis: Meine Aussagen sind Vermutungen und sollten durch einen Sachverständigen für Betontechnologie z.B. der IHK begutachtet werden.

Mfg
Der Betoningenieur