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Gast fragt am 10.06.2008 bei Estrichleger.de:
 
Hallo, auf unserem Estrich haben die Vorbesitzer des Hauses ihre Hunde auf dem Estrich ihr Geschäft verrichten lassen..demnach riecht es jetzt stark nach Hundepipi..!!Die Frage ist, wie wir sicher gehen können, dass dieser Geruch uns nicht durch das später zu verlegende Parkett riecht? Reicht abschleifen und dann mit Harz versiegeln? Wiewiviel muss man abschleifen? Oder muss der komplette Estrich raus? Was tun? Und wie aufwändig ist welche Lösung? Danke, Ottilie
 
 
  
 
1 Antwort(en), letzte am 11.06.2008:
 
   Päffgen GmbH (Fachfirma) schreibt am 11.06.2008:
 
Der Urin hinterlässt im porösen Estrich Kristalle, die mit der Luftfeuchtigkeit immer wieder den unerwünschten Geruch produzieren. Urin nimmt aufgrund bakterieller Umwandlungsprozesse den Geruch von Ammoniak an. Harnstoff wird dabei durch das Enzym Urease in Ammoniak und Kohlendioxid umgewandelt. Die Urinkristalle bzw. der Harnstoff im Estrich müssten praktisch aufgespalten werden um eine wiederkehrende Geruchsbelästigung zu verhindern.
Auf keinen Fall sollten Sie einfach so einen neuen Bodenbelag verlegen. Um betroffene Stellen ausfindig zu machen, kann man UV-Licht einsetzen. Ist das Pipi-Problem auf einen kleinen Bereich beschränkt, kann man z.B. Sagrotan, Chlorix oder Essig auf den Estrich geben. Produkte wie `Urine-off` sollten die Gerüche ebenfalls nehmen. Diese werden auch auf großen Flächen angewendet und nach dem Aufbringen mit Folie abgedeckt. Laut Hersteller bricht das Produkt die Urinkristalle auf und verhindert so eine erneute Geruchsbildung.
Ist eine größere Fläche betroffen sollte man den Estrich austauschen. Unter Umständen ist auch die Dämmung unter dem Estrich betroffen. Ein stellenweiser Austausch muss sorgfältig gemacht werden, da sonst an den Übergangsstellen alter - neuer Estrich Risse im Bodenbelag (wie z.B. Fliesen) auftreten können. Ist der Estrich vollflächig und bis zur Dämmung durchtränkt, sollte man vielleicht einen Komplettaustausch erwägen. Ein Abschleifen und Verharzen beseitigt die tieferliegenden Ursachen nicht. Zudem ist das Harz, welches zum Verschließen für Estrichfugen verwendet wird, sehr teuer. Eine Totalerneuerung der Dämmung und des Estrichs allerdings auch.